Was wird geprüft
Im HTML: Lädt die Seite das SDK einer bekannten Consent-Plattform? Der Scan kennt elf: OneTrust, Cookiebot, Usercentrics (v2 und v3), Didomi, Borlabs, Klaro, consentmanager, TrustArc, Iubenda, Complianz und CookieYes. Er erkennt sie an Script-URLs und JS-Markern, nie an Prosa; das Wort „Cookie-Banner“ im Footer zählt nicht. Treffer heißt „ok“ mit dem Namen des Anbieters. Kein Treffer ist kritisch, sobald Cookie-Tags im Quelltext stehen, und ein Hinweis („nicht anwendbar“), wenn nur cookielose Tools erkannt wurden.
Im Tiefenscan: Die Consent-Simulation bedient das Banner mit den Selektoren des erkannten Anbieters, bei unbekannten Bannern über den sichtbaren Button-Text. Bei Borlabs liest der Scan zusätzlich die Konfigurationsdatei und zeigt, welche Tags erst nach der Einwilligung laden.
Was der Scan nicht sieht: ein selbst gebautes Banner ohne Plattform dahinter, ein CMP, das erst per Tag Manager nachgeladen wird, und Anbieter außerhalb der Liste. Alle drei landen als „kein Consent-Layer“ im Befund. Zu Recht, meistens.
Warum ist das wichtig
Das Banner ist die sichtbare Hälfte der Einwilligung. Die unsichtbare Hälfte ist das Blocking: Kein Tag darf laufen, bevor jemand zugestimmt hat, und dazu zählt seit dem Urteil des VG Hannover auch der Tag Manager selbst. Ohne CMP gibt es weder das eine noch das andere, und ohne Protokoll der Einwilligung fehlt im Streitfall der Nachweis.
Welche Plattform zu welchem Setup passt, steht im Vergleich OneTrust, Usercentrics und Cookiebot.
Häufige Ursachen
- Es ist schlicht kein CMP eingebunden, das Tracking läuft seit Jahren ohne Einwilligungsschicht.
- Das CMP lädt nur auf der Startseite. Landingpages aus Kampagnen oder ein separater Shop laufen ohne Banner.
- Ein selbst gebautes Banner ohne CMP-Backend: sichtbar ja, aber ohne Audit-Trail und ohne Tag-Blocking dahinter.
- Nach einem Relaunch lädt das CMP-Skript aus einer alten Vorlage nicht mehr. Niemandem fällt es auf, weil das Banner-Cookie im eigenen Browser noch sitzt.
- Das CMP wird per Tag Manager nachgeladen und verliert damit genau das Zeitfenster, in dem es Tags blockieren müsste.